Holocaust-Gedenktag auf dem Energiebunker in Wilhelmsburg

27. Januar 2017

„Es geht immer um Menschen, die gestorben sind und vor allem um Kinder. Mir persönlich ist es wichtig, diesen Kindern, die Träume hatten, eine Stimme zu geben, auch wenn sie schon tot sind, um ihnen die Chance zu geben, ein Stück weit in uns weiter zu leben.“ - Omeima, 15 Jahre.

Am Samstag, den 27.01.18 lud die „Viel Theater um uns!“- AG zu einer „Szenischen Lesung mit musikalischer Begleitung“ ein, die anlässlich des Holocaustgedenktags auf dem ehemaligen Flakbunker in Wilhelmsburg veranstaltet wurde.

Inspiriert durch die unterschiedlichen Formen der Auseinandersetzungen im Projekt "Kein deutscher Land", beschäftigte sich die VTUU AG mit der deutschen Geschichte aus der Perspektive von Jugendlichen mit einem vorwiegend muslimisch-geprägten Migrationshintergrund. Hieraus entstand nun ein ganz eigenes Projekt, das unter dem Titel "Neu gedenken?" auf die Genozide des 20. Jahrhundert aufmerksam machen will.

 

Eingebettet in einem eindrucksvollen Bühnenbild, das den gesamten Zuschauerraum inkludierte, wurden biografische Texte, die von den SchülerInnen selbst verfasst wurden, mit Zeugenberichten, Deportierungslisten, offiziellen Dokumenten der Geheimpolizei sowie jiddischen, bosnischen und kurdischen Liedern  kombiniert.

 

Die 20 Schülerinnen und Schüler des Helmut-Schmidt-Gymnasiums - im Alter zwischen 15-17 Jahren - haben es sich mit diesem Projekt zur Aufgabe gemacht,  für das Menschsein einzustehen und gegen jegliche Formen von Ausgrenzungsmechanismen vorzugehen. Der Holocaust steht hierbei nicht nur sinnbildlich für die systematische und industrialisierte Grausamkeit der Moderne, sondern bildet auch faktisch nach der Überwindung des dunklen Mittelalters und der Sklaverei, hin in eine aufgeklärte Welt, einen Einschnitt in der Menschheitsgeschichte. Eine Zäsur, die niemals überwunden werden kann und die die Formen des Gedenkens in unserer heutigen Zeit vor neue Herausforderung stellt. Für unsere SchülerInnen ist die Antwort darauf aber simpel: persönliche Zugänge.


Das Konzept geht auf, was in der darauf anschließenden Debatte zum Thema „Gedenken neu denken?“ deutlich wird. Die Zuschauer schätzten diese neue persönliche Form der Zugänge, die das Publikum betroffen macht. Die SchülerInnen haben sich hierfür intensiv mit den Geschehnissen und Erfahrungen der Menschen auseinandergesetzt, um dann gemeinsam Geschichten zu erfinden, die die Realität wiederspiegeln sollen. Für diese - fiktionale Realität – haben sie sich in die Menschen hineinversetzt und überlegt, wie sich die jeweiligen Figuren an die Mutter, die Kindheit, an selbstverständliche Gegenstände oder Orte in der Heimat erinnern könnten. Solch ein Vorgehen färbt die Zeugnisse unserer Geschichte, die uns massenhaft in schwarz-weißen Bild- und Textquellen vorliegen, in Farbe ein und macht diese für uns abstrakten Berge an Leichen und Skeletten realer.


Tief beeindruckt teilte sich ein Zuschauer mit, der seinen Respekt für dieses Projekt kundtat und unsere SchülerInnen als „Botschafterinnen und Botschafter des Friedens“ bezeichnete. Die „Viel Theater um uns! – AG plant nun diese Form der Veranstaltung auch zu anderen Gedenktagen aufzuführen, damit das „Gedenken“ nicht in Vergessenheit gerät.

 

Weitere Informationen und Termine auf der Projekthomepage:  neugedenken.jimdo.com    



Der Countdown läuft - die Tage bis zum 27. Januar sind gezählt - weit über den Dächern unserer Stadt - blicken wir gebannt der Dämmerung entgegen!

 

Lassen Sie sich auf einen bewegenden Abend ein, der uns unsere Geschichte vor Augen hält, um uns unserer Gegenwart und Zukunft bewusst zu werden.

Die Schülerinnen und Schüler des Helmut-Schmidt-Gymnasiums laden am Samstag, den 27.01. zu einer „Szenischen Lesung mit musikalischer Begleitung zu einer Lichtskulpturenausstellung“ ein.

Veranstaltet wird dieser Abend, der die Themen Ausgrenzung und Zugehörigkeit in den Fokus nimmt, auf dem Energiebunker in Wilhelmsburg. Dabei nutzen die SchülerInnen den Umstand, dass der Veranstaltungstag auf den Holocaustgedenktag fällt, um sich mit der Bedeutung des Gedenkens in unserer heutigen Zeit auseinanderzusetzen.

 

Worum geht es?

Thematisch geht es bei den Lichtskulpturen um Ausgrenzung und Zugehörigkeit. Sie wurden im Kunstunterricht im Rahmen des Theaterprojekts „Kein deutscher Land“ angefertigt und sollen Sprechanlässe bieten, um auf Missstände in unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen und diese anzugehen.

Die szenische Lesung wird um die Skulpturen herum arrangiert und unter anderem musikalisch begleitet. Die Texte, die dazu vorgetragen werden, behandeln die Biografien von Verfolgten und thematisieren Völkermorde zum sowie nach dem Holocaust.

Die Veranstaltung soll im Anschluss - innerhalb einer offenen Debatte - hinsichtlich des Sinns und der Bedeutung von Gedenken in unserer heutigen Zeit reflektiert werden.

 

Wann und wo? 

Samstag, den 27.01.2018 um 18:00 Uhr auf dem Energiebunker in Wilhelmsburg; Einlass: 17:30 Uhr. Die Lichtskulpturen werden schon am Abend vor dem Veranstaltungstag auf dem Energiebunker ausgestellt. 

 

Ablauf

18:00-19:00 Uhr - Szenische Lesung

19:00-19:15 Uhr - Pause / Café vju

19:15-20:00 Uhr - Offene Debatte zum Thema „Gedenken neu denken?“ 


Café vju im Energiebunker

Neuhöfer Str. 7, 21107 Hamburg

(HVV Bus 13 Veringstraße (Mitte)

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